Kindern liebevoll Grenzen setzen
Kinder brauchen Grenzen. Ja. Das liest man überall. Aber wie diese Grenzen setzen? Und zwar am besten liebevoll? Und so, dass man selber als Mama noch man selber sein kann, ohne sich zu verstellen, oder dass es sich irgendwie fremd anfühlt, diese Grenzen zu setzen…
Die Ausgangssituation
Für mich war das mit den Grenzen immer eine äußerst schwierige Sache. Nicht im Kopf, da war mir das schon klar - eher im Gefühl.
Ich bewegte mich zwischen „theoretisch im Kopf ist das schon klar – Kinder brauchen Grenzen“, und „es fühlt sich aber einfach nicht richtig an, knallhart Grenzen zu setzen“.
Ich bin so nicht und will so nicht sein. Ich bin nicht hart, rau oder ziehe irgendwas gegen meine eigene Überzeugung durch. Meinem Mann fiel es nie schwer, einfach sein Ding durchzusetzen. Er setze seine Grenze immer. Und wenn es sein musste auch in meinem Dafürhalten hart und klar. Bis hierhin und nicht weiter. Eindeutig fürs Kind – wenn es Geschrei gab, störte das meinen Mann wenig.
Ganz anders war meine eigene Empfindung.
Mir kam es immer zu hart vor. Ich wollte so nicht sein. Ich wollte nicht, dass mein Kind weinen musste wegen irgendeiner Grenze. Ich wollte nicht laut sein, nicht schimpfen und ich wollte deswegen auch nicht meine Beziehung zu meinem Kind auf die Probe stellen. Ich selber hätte es mir als Kind so gewünscht. Weich statt hart, eine tolle Beziehung zu den Eltern, viel Zeit miteinander. Ohne Strafen, ohne harte Konsequenzen. Ich hätte es gerne weicher gehabt, liebevoller.
Ich persönlich würde es auch nicht wollen, dass jemand hart und unsensibel mit mir redet. Das würde mich verletzen. Also will ich so auch nicht mit Menschen sprechen. Und schon gar nicht mit meinem eigenen Kind.
Eine schöne Idee als Lösung: bedürfnisorientierte Erziehung
Ein guter Weg schien für mich, das Konzept der bedürfnisorientierten Erziehung zu sein. Dabei geht es darum, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gleichermaßen in Betracht zu ziehen. Keiner kommt zu kurz, es ist an alle gedacht.
Das schien mir sinnvoll, das schien mir, als ob ich mir das als Kind so gewünscht hätte.
Also versuchte ich das. Ich informierte mich. Und mein Kind bekam immer weitgehend alles, was es gerne wollte. „Nein“ hörte mein Sohn selten.
Feste, unverschiebbare, haltende Grenzen gab es kaum. Stimmt.
Alles aus der Idee heraus, nicht über die Bedürfnisse von irgendeinem Familienmitglied drüber zu trampeln.
Theoretisch gut, praktisch sah es schwieriger aus - die Voraussetzungen müssen stimmen
Also wenige, weiche Grenzen. Theoretisch gut.
Praktisch entgleiste mir das Thema aber irgendwie doch.
Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt nie so gesehen. Denn ich glaubte und glaube auch noch heute daran, dass es essentiell ist, dass die Bedürfnisse von allen Mitgliedern der Familie Gehör finden. Nur so kann ein sinnvolles Gleichgewicht entstehen.
Aber wie das nun mal so ist, mit Theorie und Praxis – sie gehen irgendwie dann doch manchmal deutlich auseinander.
Mein Sohn wurde immer fordernder, lauter, ungezügelter, belagerte mich mit seinen Themen immer mehr und für mich selber blieb immer weniger Raum.
Mein Mann sagte mir regelmäßig, wie ich es am besten tun sollte, das mit den Grenzen setzen, aber mir war das alles dauerhaft unintuitiv und ich konnte es einfach nicht umsetzen.
Obwohl ich ihm intellektuell vielleicht sogar Recht gab. Gleiche bzw. ähnliche Ratschläge bekam ich von meinen Eltern und Schwiegereltern…
Mit der Zeit wurde es mit meinem Sohn immer verrückter, sodass wir bald in die Richtung AD(H)S Symptomatik recherchierten. Wenn es dich interessiert, lies gerne meinen Artikel zum Thema hier.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste und nicht sehen konnte: für die bedürfnisorientierte Erziehung fehlten mir persönlich noch die sinnvollen Voraussetzungen. Lass es mich dir erklären.
Grenzen setzen: 4 Fragen, die du dir stellen darfst
Der Weg zur Lösung der Probleme mit meinem Sohn (und wenn du schon mehr von mir gelesen hast, dann weißt du: das AD(H)S Thema haben wir bis zur völligen Symptomfreiheit gänzlich in den Griff bekommen) führte über mein eigenes Elterncoaching tief in die Ursachen von dem, was ich in meinem Leben sehen konnte. Diese Ursachen dufte
ich in mir selber finden. Ich durfte lernen, was mir mein Sohn mit seinem Verhalten spiegelte.
Ich dufte lernen, dass mein Kind mein Spiegel ist und mir etwas über mich selber verriet.
Ein wirklich spannendes Gebiet, was sich meiner Ansicht nach für alle Eltern wirklich lohnt, sich damit vertraut zu machen.
Ein Kind, was ständig über meine Grenzen drüber geht – was zeigt mir das als Mama?
Ich dufte mir die Fragen stellen:
- Was ist eigentlich mit deinen Grenzen?“
- Hast du überhaupt Grenzen?
- Wenn ja, wahrst du deine Grenzen?
- Falls nein, warum erlaubst du deinem Kind (oder sonst irgendjemandem) diese zu überschreiten?
Und hier war ich schon in der Nähe der Wurzel des Problems. Und die Wurzel war gar nicht mal, dass ich keine Grenzen gehabt hätte. Sondern noch eine Etage tiefer, noch eine Etage fataler.
Und noch eine Ursache, warum liebevoll Grenzen setzen so schwierig ist
Die Wurzel, warum mir das Grenzen setzen so schwer fiel, lag darin, dass ich meine eigenen Bedürfnisse gar nicht kannte. Geschweige denn, sie aussprechen konnte und entsprechend auch nicht danach handeln konnte.
Macht an der Stelle Sinn, denn wenn ich an meine eigene Erziehung zurückdenke: da ging es nicht um Bedürfnisse. Von Kindern sowieso nicht. Von den Erwachsenen… wahrscheinlich auch nicht. Denn auch meine Eltern haben es selber nie gelernt, ihre Bedürfnisse zu erkennen und diese zu spüren. Entsprechend konnten sie auch nicht dafür einstehen und danach handeln.
Von wem hätte ich es also lernen sollen?
Spannend oder? Woher hätte ich also wissen (und es geht hier nicht um ein intellektuelles Wissen, sondern um die Gefühle in unserem Körper) können, was meine Bedürfnisse sind?
Und wenn ich das weder weiß, noch danach handeln kann, was passiert dann? Dann kann ich meine Bedürfnisse natürlich auch nicht meinem Kind gegenüber ausdrücken. Entsprechend kippt die ganze Geschichte mit der bedürfnisorientierten Erziehung dann natürlich ausschließlich in Richtung Kind und für die Erwachsenen bleibt dann kein Raum mehr.
So schaffst du es nachhaltig, deinem Kind liebevoll Grenzen zu setzen: schau zuerst genau bei dir selber hin
Du weißt ja schon, dass es bei dem Theme liebevoll Grenzen setzen gar nicht wirklich um dein Kind geht, sondern viel mehr um dich als Mama oder Papa.
Ich erkläre dir, wie du lernen kannst, deinem Kind liebevoll Grenzen zu setzen.
Und bis heute hört sich das für mich wirklich komisch an, denn eigentlich geht es hier gar nicht darum, deinem Kind Grenzen zu setzen, es geht viel mehr darum, deine eigenen Grenzen zu kennen und zu wahren.
In meinen Coachings zeige ich dir, wie du an diese Themen tief in deinem Inneren rankommst und wie du es für dich ganz individuell umsetzen kannst.
Das sind die wirklich spannenden Themen des Lebens und es lohnt sich total, hier den Knoten in deinem Inneren wirklich zu lösen. Es erspart dir eine Menge Stress und Anstrengungen und es macht ganz großen Sinn, sich dafür an die Hand nehmen zu lassen. Zumindest wünschte ich manchmal, dass ich diesen Weg schon sehr viel eher gegangen wäre. Denn das Leben kann (wieder) richtig schön werden!
Es ging also nie darum, meinem Kind Grenzen zu setzen im Sinne von „wie es die Nachbarn oder die eigenen Eltern sagen“.
Löse die Ursache hinter "der Blockade des Grenzensetzens" auf
Um meinem Kind wirklich eine "andere" Kindheit als meine eigene zu ermöglichen, musste ich zuerst zu mir selber schauen. Es ging darum, überhaupt erstmal etwas über meine eigenen Bedürfnisse zu lernen.
Und in der Folge dafür einzustehen, meine eigene Wahrheit zu sprechen, diese klar auszudrücken und auch zu verteidigen.
Es ging darum, überhaupt auch erstmal „NEIN!“ sagen zu lernen (und ich glaube, das können viele Frauen nicht – denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nie die Einzige mit seinem Themen ist).
"Nein" sagen konnte ich wirklich nicht. Und ich war mir dessen nicht mal bewusst. Bzw. habe mich beim "Nein"-Sagen immer so unwohl gefühlt, dass ich es dauerhaft vermieden habe.
Der Weg, wie ich ihn gegangen bin, ist für jede und jeden von uns möglich. Auch für dich.
Sprich mich gerne an, ich nehme dich im Coaching an die Hand und du machst deine eigenen Schritte auf dem Weg in deine Tiefe.
Ohne dein "NEIN" gibt es keine erkennbare Grenze, ohne Grenze wird immer wieder über dich drüber getrampelt
Das ist natürlich schwierig für ein Kind zu verstehen: Mama sagt nicht klar „NEIN!“, sondern eiert immer irgendwie um den heißen Brei drumherum.
Ein einfaches, ja fast banales Beispiel an dieser Stelle: Mein Sohn möchte z.B. von mir, dass ich ihm vorlese. Ich möchte gerade nicht (warum ich nicht möchte, ist eigentlich egal, ich kann oder möchte das gerade nicht). Dann habe ich nie klar „Nein!“ gesagt, sondern irgendetwas wie „Ja, nachher, vielleicht, ich muss erst noch die Kartoffeln schälen… blablablabla“ irgendsowas in der Art habe ich meinem Sohn gesagt. Mein Kind hörte: „Ja, später“ und kam natürlich später auf mich zurück und wollte vorgelesen bekommen. Habe ich dann auch gemacht. Weil: „Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen.“. Gewollt habe ich da noch immer nicht. Also machte ich es. Widerwillig. Entsprechend bin ich an dieser Stelle dann auch schon wieder über meine eigene Grenze gegangen.
Und das ist, was mein Sohn bis dahin von mir gelernt hat: über Mamas Grenzen kann man problemlos drüber gehen. Macht sie selber ja auch die ganze Zeit. Diesen Zusammenhang lernt ein Kind nicht intellektuell im Kopf, sondern über die Gefühlsebene und das, was es bei uns als Mama (oder Papa, wenn du ein Mann bist) beobachtet.
Eine wirklich belastbare Lösung auf die Frage "Wie setze ich meinem Kind liebevoll Grenzen?" findest du, wenn du zu dir selber, in deine eigene Tiefe blickst
Wenn du wirklich Interesse an einer nachhaltigen und dauerhaften Lösung auf die Frage: „Wie kann ich meinem Kind liebevoll Grenzen setzen?“ hast, dann geht es nicht darum, irgendein Protokoll oder irgendeinen Hinweiszettel aus dem Internet oder einem Buch zu erfüllen.
Es gibt keine Lösung, die dir jemand anderes vorkauen kann.
Du musst deine eigene Lösung finden.
Und die führt ganz sicher über deine eigenen inneren Themen.
Die Lösung zum Grenzensetzen für dein Kind führt über den Weg deiner eigenen Bedürfnisse, führt über den Weg, deine eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren, führt über die Fähigkeit „nein“ sagen zu können.
Und als ob all das nicht schon genug wäre, es geht noch weiter:
der Weg führt über Fragen wie „Warum halte ich es so schwer aus, wenn mein Kind schreit oder unglücklich ist?“, über die Frage wie es um deine eigenen Emotionen bestellt ist und was du dazu selbst als Kind gelernt hast.
Ganz schön komplizierte Antwort auf eine einfache Frage, oder? Find ich auch.
Und ich hätte auch nie gedacht, dass ich die mal so geben würde.
Aber das scheint mir eine wirklich sinnvolle Lösung auf die Frage zu sein, wenn sie auch nicht einfach oder pauschal zu beantworten ist…
Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen:
wenn du möchtest, dass es deinem eigenen Kind besser geht, als dir, dann sorge dafür, dass es dir als Mama richtig gut geht.
Der Weg zu einem glücklichen, gesunden, selbstbewussten Kind führt nicht über das bindungslose „sich-aufopfern“ für dein Kind, wie wir es häufig von den eigenen Eltern gelernt haben. Der Weg führt dahin, zu lernen, wie wir selber in unsere Kraft und Mitte finden, wie wir wirklich glücklich sind. Und wenn wir das geschafft haben, dann geht es auch unseren Kindern gut. Denn dein Kind will nichts mehr, als dass es dir als Mama oder Papa gut geht. Dass du gesund bist, fröhlich und lebendig in deiner schönsten Form.
Wenn dein Kind das spürt, dass es dir wahrhaft gut geht, dann wird dein Kind dir auch das spiegeln.
In meinen Coachings zeige ich dir, wie du das schaffst und wie du diesen Weg einschlägst.
Meld dich gerne bei mir für ein kostenloses Erstgespräch, wir schauen, was dir dein Kind genau über dich spiegelt.
Und dann findets du eine nachhaltige Lösung für das Thema Grenzen setzen, bzw. noch viel besser: du findest DEINE Lösung für diese Themen. Klingt das nicht wunderschön?!
Und dann ist es am Ende möglich, in völliger Liebe und gleichzeitig in Klarheit, deine Wahrheit und deine Grenzen auszusprechen, ohne dass du dich dabei schlecht fühlst, dich verbiegen musst, oder dass du Angst vor eventuellem Geschrei deines Kindes haben musst.
Kontakt
Herzenswege Coaching
Helen Golka
Alte Paulsbreite 11
06779 Raguhn
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